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ver. 1.0 | 21.07.09
 
   
 
S' Trachtlarleabe
   
 

Bei eis im Land do umanand,
mir an Haufe Trachtler hand,
und i möchte uib sage Leut,
dia meischte deand des mit viel Freud.

Doch muascht so ebbas doa drzue,
dass bisch a saubrer Trachtlerbue,
do brauchsch a stramme Lederhose,
Strümpf, so braun wia d'Schweinsbratsoße
an d' Fiass noa a paar Haferlschuh,
und für d' Figur, so sottesch esse d' Suppe,
dass d' nei pascht in an Trachtlerjuppe.

Bei de Weiber, alt und Kinder
isch es eander fascht no minder,
do lueget oi scho zwider,
wenn se o' nemme miesset 's Mieder.
A Strumpfhose, an Rock und Schürze,
gind am Trachtlarmädle d' Würze,
dass d' Föhla standet sauber do,
gkeart a Gschnür an d' Wampe no,
und dass auslueget, alles recht und guet,
kommt obanauf der Trachtlarhuet.
A Schultertuach gkärt o drzue,
und an dia Fiass noa - a Paar Schuh,
isch voana zweanig, ja do verreck,
do deand se nei - a Blomegsteck!

D' Trachtlar wered leider nimm viel mehr,
s' Trachtlerleabe isch o manchmol ganz schea schwer,
weil Dir misset wisse - Leit,
es do strenge Regla geit.
Dia meiste Leit send recht verwöhnt,
doch bei de Trachtlar, s' Moderne isch verpönt,
viele Leit nuimodische Sacha hand
des gfällt eam it, am Gauvorstand.

Hosch Du o, a lattrigs Hemad,
oder d' Schuhbändel hebet it reacht zemet,
oder a Uhr det, an der Hand,
des gfällt eam it, am Gauvorstand.

D' Weiber misset d' Hoar zemet ziache zu am Dutt,
daß d' moisch, eaz weard dr Grind kaputt,
hanget d' Hoar recht wirr umanand,
noachet gfällt dös it, am Gauvorstand.

Ganz sicher geits a Riesengfrett,
hosch omat a Tätowierung det,
oder an der Stirn a Band,
dös goht it, was set denn do dr Gauvorstand.

Off d' Trachtaproba sott ma fleißig gau,
denn dia Plattler miasset flüssig gau,
ond es solt o hau an Schlanz,
bei jedem der Figuretanz,
isch do im Getriebe Sand,
nochat gfällt dös it am Gauvorstand.

Weil viele Leut a Handy hand,
dunkt dös nix, eiserm Gauvorstand,
dös gäb a Gschrei ganz Mordio,
goht unterm plattle s' Telefo.

Langsam komm i noch zum End,
sonscht schimpft mi no dr Reinhard Gschwend,
doch halt, so auf die Schnelle,
möcht i no a Gschicht verzelle:
oinar hot a Baurschaft gket,
im Schtal hots gkuret, s' war a Gfrett,
ea luegt off d' Uhr und set - ja mei,
i sott ja scho beim Brauchtumsobed sei.
In dr Eile leits koi Esse,
und s' wäsche hot er o vergesse,
ea hot no denkt, des sei o. k.,
haut pfundweis no vo seinem Deospray.

Hot gset, er kommt grad vom maloche,
doch d' Kollegar, dia hand bös d' Näs naufzoache,
und saget, hosch denn Du no all beinand,
dös goht doch it, was set denn do d'r Gauvorstand.

Dia meischte Plattlar, Gott sei Dank,
sind umarand rum rank und schlank,
doch s' geit scho oi mit Übergwicht,
mit knapp 3 Zentner, do bisch nimma gricht.
Und do entstoht noach dös Problem,
wenn d' plattle wilsch, verschauf es nimm.
Bei eis geits scho so a Ungetüm,
doch dr Noame, dea bleibt anonym.
Des isch oir, wo ebbas ko,
und isch o sonscht a reachter Mo,
bloß d' Brotzeit ißt a mitsamt em Tellerrand,
dös goht doch it, was set denn do dr Gauvorstand.

So, iaz komm i wirklich noach zum End,
am Schluß, do kommt no dro dr Grind,
dea muß hau an saubre Schnitt,
plattle muasch in Reih und Glied,
it, dass es aussieht, wia auf dem Rodeo,
do schimpft a noch, dr Haslach Theo.

Verfaßt und vorgetragen von Andi Fichtel, Kienbergler Pfronten
am Brauchtumsobed des östl. Gaugebietes am 8. Juni 2003